💀 Día de Muertos
Tag der Toten

Habt ihr euch vielleicht schon gewundert, was es mit den Totenköpfen in Mexiko auf sich hat? Man findet sie als Souvenirs in den Läden, auf T-Shirts und werden auch gern verschenkt. Bunte Totenköpfe stehen irgendwie symbolisch für Mexiko.
Dahinter steckt eine andere Art mit dem Tod umzugehen. Trauer assoziiert man hierzulande mit Niedergeschlagenheit und schwarzer Kleidung. Eine ganz andere Form der Trauerbewältigung ist möglich – eine Totenfeier nach mexikanischer Art.
Vor allem in den ländlichen Gegenden Mexikos wird es Mitte Oktober in den Straßen und Geschäften bunter und „belebter". Für die Lateinamerikaner ist das Feiern und das Gedenken an die Verstorbenen Ehrensache – eine Zeit der Freude und eine Art, den Tod und die Erinnerung an die Toten bewusster in das Leben zu integrieren.
Gestärkt zurück ins Jenseits
Laut des altmexikanischen Glaubens kommen einmal im Jahr, zur Erntezeit, die Toten zu Besuch aus dem Jenseits und feiern mit den Lebenden. Diese Feiertage dauern vom 31. Oktober bis zum 2. November und sind als „Día de Muertos" bekannt.
Wochen zuvor beginnt die Vorbereitungszeit: Der ganze Ort wird geschmückt mit:
- 💀 „Calaveras" (Skelette aus Pappmaché, Gips oder Zucker)
- 🌺 Blumen und Totenköpfen
- 🕯️ „Ofrendas" (Totenaltäre, Gabentische) mit Speisen, Getränken, Blumen, Kerzen und persönlichen Erinnerungen wie Fotos
- 🔥 Weihrauch
Diese Gaben dienen als Stärkung der Toten. Als Wegweiser werden „Flores de Muertos" (Blumen der Toten) vom Friedhof bis zum Haus der Familie verteilt.
Eine Nacht zuvor („Nacht des Hundes") wird die Ankunft der verstorbenen Kinder erwartet, der „Angelitos" (kleine Engel). Schließlich werden die Verstorbenen auf den Friedhöfen verabschiedet und um Mitternacht gehen die Toten zurück ins Jenseits.
Anfang eines neuen Lebens
Auch in individuellen Todesfällen wird die spezielle Art der Trauerbewältigung vollzogen. Der Tote wird öffentlich aufgebahrt, Anekdoten werden erzählt, gelacht und Erinnerungen ausgetauscht. Lockere, entspannte Stimmung, niemand in schwarz gekleidet.
Man betet nicht für den Toten, sondern für die Hinterbliebenen. Das Leben wird als Lauf zu Gott und der Tod als Ziellinie interpretiert – schon die Azteken sahen den Tod nicht als Ende, sondern als Anfang eines neuen Lebens.